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Was ist die Kreislaufwirtschaft und warum brauchen wir sie dringend?

In unserer Wirtschaft muss sich etwas ändern. Daher zeigen wir dir heute was mit der neuartigen Form des Wirtschaftens zu tun hat. Kreislaufwirtschaft (oder im Englischen auch „Circular Economy“) beschreibt eine Wirtschaftsform bei der Nachhaltigkeit als zentraler Punkt der Überlegungen steht. Auch in der Mode gibt es bereits erste Ansätze Textilien möglichst lange im Kreislauf zu halten.



Der Klimawandel und der Biodiversitätsverlust gelten als wichtige Indikatoren für die Gesundheit unserer Erde. Nicht nur die extremen Wetterereignisse nehmen zu, sondern auch jede achte Wirbeltierart ist vom Aussterben bedroht. Zusätzlich erleben wir eine Rohstoffknappheit verbunden mit einer wachsenden Weltbevölkerung. Daher brauchen wir dringend Veränderungen in unserem globalen Wirtschaftssystem. Die Gewinnung und Verarbeitung von Ressourcen sind für mehr als 90% des weltweiten Biodiversitätsverlusts und mehr als die Hälfte der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Allein wir in Deutschland verbrauchen so viele Ressourcen, dass wir fast 3 Erden bräuchten, um unseren Bedarf zu decken. (overshootday.org) Der Tag, an dem wir rein rechnerisch alle Ressourcen verbraucht haben – der sogenannte „Earth Overshoot Day“ – ist jedes Jahr früher. Im Jahr 2021 fand dieser Tag bereits am 05.05 statt. (deutschlandfunknova.de)


Wie funktioniert die Kreislaufwirtschaft?

Bisher läuft unser Wirtschaftssystem fast ausschließlich linear. Wir nehmen einen Rohstoff, stellen daraus ein Produkt her und nach dem ersten Lebenszyklus landet das Produkt im Müll oder wird bestenfalls zu etwas minderwertigem recycelt. Bei der Kreislaufwirtschaft ist das Ende eines Produktes gleichzeitig der Anfang für etwas Neues. Als großes Vorbild dient uns hierbei die Natur. Sie verschwendet keine Rohstoffe, sondern verwendet sie stets wieder. Pflanzen zersetzen sich und werden wieder dem Nährstoffkreislauf für neues Leben zugeführt. (utopia.de)

Abbildung 1 Linearwirtschaft vs. Kreislaufwirtschaft (Quelle: wikicommons)


In der Herstellung von Produkten können wir uns also viel von der Natur abschauen. Das Ziel ist es möglichst viele Teile eines Produkts wieder zu verwenden. Produkte, Materialien und Komponenten sollten innerhalb eines Kreislaufs wiedergenutzt und recycelt werden und am Ende somit kaum noch Abfall entstehen. So soll ein Produkt und dessen Bestandteile möglichst lange in einem Kreislauf gehalten werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss bereits beim Design des Produkts und seines gesamten Lebenszyklus einiges bedacht werden. In der Gesamtbetrachtung spielen auch Material-, Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion eine große Rolle.


Die Kreislaufwirtschaft hat zwei klare Vorteile:

  • Es entsteht weniger Müll.

  • Wir gehen mit den Rohstoffreserven unserer Erde wesentlich schonender um.

Die Kreislaufwirtschaft in der Mode

Fast die gesamte Modebranche läuft noch nach dem linearen System. Die Trends wechseln jedes Jahr mehrere Male. Fast Fashion Label beschleunigen den Modewechsel noch, sie bringen spätestens alle drei Monate neue Kollektionen heraus. Doch wer braucht so viel Kleidung? Textilen Abfall von Anfang an zu vermeiden – das ist der Grundgedanke einer zirkulären Modeindustrie. Hierbei geht es darum die Kleidung möglichst lange im Kreislauf zu halten. Bisher werden zwar etwa 10% der Textilien recycelt. In der Regel werden beim Recycling aber eher minderwertigere Produkte aus den ursprünglichen Materialien hergestellt. Wäre es nicht viel besser diese Produkte wären von mindestens gleichwertiger Qualität wie die Ausgangsprodukte?

Ein Grund dafür ist, dass viele der Kleidungsstücke und Textilien, die wir heute kaufen aus einer Mischung von natürlichen und synthetischen Materialien bestehen. Um nicht an Qualität zu verlieren, müssen die Fasern in ihre ursprünglichen einzelnen Komponenten separiert werden. Diese Trennung ist aber in den seltensten Fällen so möglich, dass die Qualität der Faser erhalten bleibt. Aber nur aus qualitativ hochwertiger Faser können wir neue Textilien entstehen.


Um die Kreislaufwirtschaft zum Erfolg zu führen, ist eine Teilnahme aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette notwendig: von der Rohstoffgewinnung über Produktdesign, Wiederverwendung und Recycling bis zur Verwertung. Also vom Geschäftsmodell bis zum Verhalten der KonsumentInnen. Uns muss es gelingen Ökologisches, Wirtschaftliches und Soziales in einer nachhaltigen Entwicklung zusammenzuführen. Ein Weg dorthin kann die Kreislaufwirtschaft sein.


Auch wir bei HALBVOLL arbeiten gerade mit Hochdruck daran, uns Stück für Stück weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Unsere kompostierbare Versandverpackung ist dabei nur der Anfang. Bleibt gespannt, was noch kommt.


WENIGER KAUFEN.LÄNGER TRAGEN.




Quellen:

https://de.statista.com/infografik/19013/vom-aussterben-bedrohte-tierarten-weltweit/ https://www.overshootday.org/

https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/erdueberlastungstag-deutschland-hat-rechnerisch-alle-ressourcen-fuer-2021-verbraucht

https://utopia.de/ratgeber/kreislaufwirtschaft-das-steckt-dahinter/

Abbildung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Produktionsketten.png


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