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SLOW FASHION - FAST FASHION

Aktualisiert: 8. Juli 2021




Slow Fashion und Fast Fashion sind zwei gängige Begriffe der Modeindustrie, aber was bedeuten Sie wirklich? Musst du gleich alles nicht fair produzierte entsorgen und durch nachhaltige Kleidung ersetzen? Diese beiden Fragen möchten wir von HALBVOLL in diesem Artikel beantworten.

FAST FASHION

Der Geburtstag der Schwiegermama steht an, schnell noch in den großen Einzelhandelsladen im Zentrum der Stadt spaziert und ein besonderes Hemd, für diesen besonderen Anlass abgegriffen. Nach dem Abend kommt das Hemd in die Waschmaschine und verschwindet anschließend im Schrank. Nach ein paar Monaten fällt es einem wieder in die Hände, aber es ist außer Mode, fühlt sich irgendwie auch nicht mehr gut an und landet somit in der Altkleidersammlung oder gleich im Müll.

Wer kennt es nicht? Das ist der klassische Kreislauf eines Modestücks, welches auf „Fast Fashion“ ausgelegt ist. Unter „Fast Fashion“ versteht man ein Geschäftsmodell des Textilhandels, bei dem die neuesten Modetrends der Fashion Week möglichst schnell zur Massenware werden. Es werden keine Modekollektionen produziert, die lange halten sollen, da über 60% der Stoffe aus Synthetik bestehen. Diese synthetischen Fasern haben eine geringe Qualität und somit auch eine geringe Halbwertszeit und der Konsument muss sich zwangsweise schnell wieder von seinen Klamotten trennen.

Die Massenindustrie möchte möglichst profitabel wirtschaften. Die Optimierung von bestimmten Aspekten der Lieferkette steht somit im Vordergrund. Dadurch wird gewährleistet, dass der Mainstream-Konsument aktuelle Kleidungsstile zu einem niedrigen Preis erwerben kann. Eine schnelle Reaktion, um neue Produkte anzubieten, und die Nachfrage der Verbraucher zu befriedigen, ist für dieses Geschäftsmodell entscheidend (House of Commons, 2019). Leider passiert dies zum Leidwesen der Umwelt:

  • Jährlich zwischen 1,2 und 1,7 Milliarden Tonnen CO2 Ausstoß durch Bekleidungs- und Textilindustrie. Das ist mehr als internationale Flüge und Kreuzfahrten zusammen.1 (Greenpeace, 2017)

  • Für das Jahr 2030 wird alleine für die Produktion von Mode ein Ausstoß von 2,8 Milliarden Tonnen CO2 vorhergesagt, was einem Zuwachs von 60% entspricht. (Global Fashion Agenda & The Boston Consulting Group, 2017).

  • Die Textilindustrie ist für 35% der globalen Gesamtmenge von Mikroplastik in den Ozeanen verantwortlich. (Patagonia, 2016)

  • Auf 1kg Baumwolle werden im Anbau bereits 6kg Chemikalien verwendet. (IHK, 2015)

  • Aktuell konsumiert die Modeindustrie 10% des gesamten industriell genutzten Wassers und verursacht 20% des weltweiten Abwassers (Quantis, 2018).

Neben der Umwelt leiden auch die Arbeitnehmer unter der Fast Fashion Modeindustrie. Beim Sprühen der Pestizide wird kein Schutz für die Arbeiter gewährleistet, was jährlich 5 Millionen Tote durch Vergiftung nach sich zieht (MKG, 2015). Durch den immensen Zeitdruck der Firmen immer neue Trends zu launchen entstehen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen mit schlechter Bezahlung.

Dies sind alles Aspekte über die sich der Verbraucher aufklären und diese auch sehr kritisch betrachten sollte!

NACHHALTIGE MODE - "SLOW FASHION"

Nachhaltige Mode, auch bekannt als Öko-Mode, ethische Mode oder „Slow Fashion“, ist Teil des wachsenden Trends zur Nachhaltigkeit. Bei den Prozessen werden die ethischen und ökologischen Auswirkungen auf die Umwelt und andere Menschen bei der Schaffung und Herstellung eines Produkts berücksichtigt. Nachhaltige Mode zielt darauf ab, Kleidungsstücke aus Stoffen zu produzieren, die aus nachhaltiger Quelle stammen, in einem ethischen Prozess hergestellt werden und dank einer höheren Qualität länger halten. Hierbei wird der gesamte Zyklus eines Kleidungsstücks von seinem Design bis hin zu seiner möglichen Verwendung

und Entsorgung berücksichtigt.

Slow Fashion umfasst all jene Kleidungsstücke, die von dir nicht nach wenigen Wochen wieder entsorgt werden müssen, weil sie von niederer Qualität sind oder einfach nur einem schnellen Modetrend entsprechen. Slow Fashion ist haltbar, erfüllt Ihren Zweck über Jahre was sie zu nachhaltiger Mode macht. Im Idealfall können die Kleidungsstücke noch als Second-Hand-Mode verwendet werden. Das wirkt sich positiv auf die Umweltbilanz aus, da die Ressourcen zur Fertigung und der Arbeitsaufwand nur einmal getätigt werden müssen. Langlebigkeit muss bereits in der Produktion bedacht werden, denn wenn ein Kleidungsstück lange halten soll, muss es eben aus hochwertigen Materialien hergestellt werden. Eine solche Langlebigkeit rechtfertigt auch einen höheren Preis („Lieber einmal was Gescheites kaufen“ – Zitat jeder Mutter 😉), wodurch faire Arbeitsbedingungen auf der Fertigungsseite ermöglicht werden. Nachhaltige Mode wird unter dem Einsatz natürlicher, nachwachsender Rohstoffe oder von Recyclingmaterialien hergestellt. So werden zur Produktion von nachhaltiger Mode, Naturfasern und Bio-Baumwolle statt Synthetik verwendet. Ein Blick auf die Stoffzusammensetzung lohnt sich also. Zusätzlich wird großer Wert auf faire Produktionsbedingungen gelegt. Neben der Bio-Baumwolle, aus welcher auch alle Produkte von HALBVOLL bestehen, gibt es weitere gute Alternativen, wie Bio-Leinen, Wildseide, Lyocell und Hanf. Nicht nur für die Stoffzusammensetzung lohnt sich ein Blick ins T-Shirt. Auch bestimmte Siegel stehen für eine nachhaltige Produktion unter fairen Arbeitsbedingungen. Präg dir diese Symbole gut ein und schau doch bei deinem nächsten Einkauf mal genau hin!

Um abschließend noch auf die Frage vom Beginn zu kommen, ob du nun alle deine Klamotten zusammenpacken und auf den Speicher bringen, oder spenden solltest, um deinen Schrank mit nachhaltiger Mode zu füllen. Dies ist nicht notwendig, sieh es als Prozess und starte am Besten gleich heute damit. Wechsle deinen Schrank Stück für Stück aus und mach ihn über die Monate oder vielleicht sogar Jahre hinweg zu einem Ort an dem nur noch fair produzierte Kleidung Platz hat.

HALBVOLL. FÜR DICH.


„Wir sind uns bewusst, unsere Kollektionen werden die Welt nicht verändern, aber die Menschen die sie tragen.“

- Felix Köhnlein, Mitgründer von HALBVOLL -







Quellen:

  • Global Fashion Agenda & The Boston Consulting Group. (2017). Pulse of theFashion Industry 2017. Retrieved from https://globalfashionagenda.com/wpcontent/uploads/2017/05/Pulse-of-the-Fashion-Industry_2017.pdf

  • Greenpeace. (2017, 09). Die Modebranche am Scheideweg. Retrieved from https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20171009-greenpeace-report-mode-am-scheideweg.pdf

  • House of Commons. (2019, Februar 19). UK Parliament. Retrieved from https://publications.parliament.uk/pa/cm201719/cmselect/cmenvaud/1952/1952.pdf

  • IHK. (2015, 06 18). Lexikon der Nachhaltigkeit. Retrieved from Grüne Mode Green Fashion: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/gr_ne_mode_1994.htm?sid=5teipt5l2prq8quau6sldusti2

  • Patagonia. (2016, 06 20). What do we know about tiny plastik fibers in the ocean? Retrieved from https://tcl.patagonia.com/2016/06/what-do-we-know-abouttiny-plastic-fibers-in-the-ocean/

  • Quantis. (2018). Measuring Fashion. Retrieved from Environmental Impact of theGlobal Apparel and Footwear Industries Study: https://quantis-intl.com/wpcontent/uploads/2018/03/measuringfashion_globalimpactstudy_fullreport_quantis_cwf_2018a.pdf

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