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Preisgestaltung von Modemarken

Aktualisiert: 8. Juli 2021




In der letzten Blogausgabe von HALBVOLL haben wir das Thema Slow Fashion vs. Fast Fashion näher beleuchtet.

Heute möchten wir ganz explizit auf die Preisgestaltung von nachhaltigen Marken im Vergleich zu Fast Fashion Modemarken eingehen.

Sicher hast du dich beim Stadtbummel auch schon mal gefragt, wie es möglich sein kann, dass ein T-Shirt beim großen Einzelhändler für unter 5€ angeboten werden kann und der Hoodie zwischen 20-30€ kostet.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Wir möchten auf die größten drei kurz eingehen:

Material

Die Kleidungsstücke bestehen aus nicht nachhaltigen Stoffen wie „normaler“ Baumwolle und synthetischem Polyester. Diese Materialien sind in der Beschaffung und Herstellung viel günstiger als nachhaltige Stoffe, wie Bio-Baumwolle, Bioleinen oder Lyocell.

Der Endverbraucher kann die Mode dann zwar günstiger erwerben, wird aber nach kurzer Zeit merken, dass der Schnitt des Shirts nicht mehr der gleiche ist und die Jeans schon nach zweimaligem Tragen Löcher hat.

Produktion

Die großen Einzelhändler haben meistens keine Siegel, welche auf faire oder grüne Produktion schließen lässt. Kinderarbeit ist nach wie vor ein großes Thema, welches auch heute noch absolut präsent ist. Erst 2016 fand die Organisation SOMO heraus, dass Kinder in Burma Kleidung für einen der größten Modeeinzelhändler herstellen (Spiegel, 2017). Dass die Kids dies auch noch für einen Hungerlohn tun müssen, ist absolut schamlos. Leider haben die Familien vor Ort keine andere Möglichkeit, da sie sonst nicht überleben könnten. Hier spart der große Händler auf Kosten der Menschenwürde etliche Euros.

Stückzahlen

Mengenrabatt ist das Stichwort. Desto größere Stückzahlen abgenommen werden, desto geringer ist logischerweise der Einkaufspreis. Es passiert nur leider zu häufig, dass sich die großen Modehäuser verkalkulieren und somit eine Überproduktion stattfindet. Die Trends wechseln zu schnell. Nahezu jede Woche werden Bereiche in den großen Filialen umgebaut, weil neue Ware angeliefert wird. Die alte Ware wird dann, noch mit den Etiketten versehen, tonnenweise verbrannt. Wenn man nun bedenkt, dass die Kleidungsstücke unter menschenunwürdigen Bedingungen und mit großem Ressourcenverbrauch hergestellt wurden, um dann am Ende im neuwertigen Zustand verbrannt zu werden, dann wird einem ganz anders zu Mute.

Wenn das Geld der großen Konzerne wenigstens in die Arbeiter fließen würde und diese unter menschenwürdigen Bedingungen und zu einem fairen Lohn ihre Arbeit verrichten könnten, dann wären sicherlich mehr Konsumenten bereit die Mode zu kaufen. Die Wahrheit ist aber, dass sich ein paar wenige Leute auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt bereichern.

Wir haben den Spruch „lieber einmal was Gescheites kaufen“, den jeder schon von seiner Mutti gehört hat, in den letzten beiden Blogeinträgen eher spaßhalber erwähnt. Die Mutti sieht in erster Linie die Haltbarkeit und die Lebensdauer des Produktes, was ein wichtiger und richtiger Aspekt ist. Wir würden ihr aber vorwerfen, dass der Nachhaltigkeitsaspekt eher sekundär ist. Genau diesen kannst du bei deinem Kauf aber auch noch mit einbeziehen, wenn du es eben vermeidest bei den großen Einzelhändlern zu shoppen, sondern bewusst auf die kleinen nachhaltigen Läden und Onlineshops gehst. Ein T-Shirt oder ein Hoodie kann nicht nur zwischen 5-20€ kosten, wenn die gesamte Lieferkette fair behandelt wird und die Stoffe nachhaltig, sowie langlebig sind.

Sein Bewusstsein ändern und gezielt seinen Anteil zu einer fairen Welt beizutragen ist heutzutage nicht all zu schwer. Mit der Digitalisierung hast du durch das Internet grenzenlose Möglichkeiten.

Beispielsweise haben wir uns letztens Socken bestellt und diese über Instagram gesucht. Über den Hashtag #sustainablesocks sind wir dann auch fündig geworden. Wir haben uns tolle Socken, welche von einem kleinen Unternehmen in Deutschland gefertigt werden, aus Bio-Baumwolle bestehen und GOTS zertifiziert sind, bestellt. Die Suche hat vielleicht zwei Minuten gedauert. Als das Paket kam, haben wir uns über alle Maßen gefreut, da eine persönlich an uns geschriebene Karte, coole Sticker und sogar zwei Bierdeckel beigelegt waren. Hier hat sich definitiv wer mit unserer Bestellung auseinandergesetzt und viel Liebe reingesteckt. Ob das bei einem großen Einzelhändler auch so gewesen wäre – wir bezweifeln es sehr stark.





Quellen:

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