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Nachhaltigkeit - was heißt das für uns?

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist bereits sehr weich gewaschen – findest du nicht? Daher wollen wir in diesem Blogeintrag darauf eingehen, was Nachhaltigkeit fernab von Bio-Baumwolle und fairen Löhnen noch für uns bedeutet.


Wirtschaft

Unserer Meinung nach muss Nachhaltigkeit neu definiert werden. Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ wird inzwischen so inflationär verwendet, dass er oftmals gar nicht mehr hält, was er mal versprochen hat. Solange kurzfristiges Profitdenken unser Wirtschaftsleben dominiert, haben wir die Nachhaltigkeit noch nicht verstanden. Schäden an der Natur, wie sie durch den Abbau von Braun- und Steinkohle entstehen, werden den Unternehmen nicht in Rechnung gestellt, sondern teilweise sogar subventioniert. Das ist ja fast so als würden wir einem Taschendieb noch Geld obendrauf legen dafür, dass er uns bestiehlt. Der Kohleausstieg ist genau das. Unternehmen erhalten Subventionen dafür, dass sie unsere Umwelt nicht weiter zerstören. Das darf und kann so nicht weitergehen.


Noch immer dominiert der Wille der Unternehmen Nachhaltigkeit zu einem Produkt zu machen, statt diese wirklich zu leben. Es ist eben im Trend und kommt gut bei den Konsumenten an. Wenn man heute auf die Website von großen Marken geht, deren Kollektion oftmals immer noch zu über 80% aus konventioneller, schädlicher Fast Fashion bestehen, sieht man auf der Website Statements oder Statistiken zu Nachhaltigkeit. Dass eben diese Firmen den Großteil Ihres Umsatzes nicht mit nachhaltig bzw. fair hergestellten Produkten machen, bleibt im Verborgenen. Ganz zu schweigen davon, dass sie die Bezahlung der Zulieferer in der Corona-Pandemie zurückgehalten haben, wodurch viele TextilarbeiterInnen noch weiter in die Armut gestürzt sind. (Quelle?)


Das einzige Mittel gegen Greenwashing ist Transparenz und Vertrauen. Daher haben wir HIER eine extra Rubrik auf unserer Website geschaffen wo wir erklären was sich hinter unserer Lieferkette verbirgt.


Gesellschaft

In konservativen Kreisen wird Nachhaltigkeit oft auf das Thema Verzicht reduziert. In unseren Augen hat Nachhaltigkeit aber nichts mit Verzicht zu tun, sondern steht vielmehr dafür Wirtschaft und Gesellschaft anders zu denken, neu zu organisieren. Als Vorbild dient uns hier die Natur. In der Natur geht es nicht um Verzicht, sondern um Ausgleich. Die Natur verzichtet nicht, sie reguliert alle Variablen miteinander. Zumindest solange es geht. Die Folgen des Klimawandels sind inzwischen so präsent, dass man nicht mehr wegschauen kann. Überschwemmungen und Brände finden nicht mehr nur in fernen Ländern statt, sondern direkt hier, in unserem Alltag. Spätestens jetzt sind wir alle davon betroffen.


Beim Thema Nachhaltigkeit sollte es nicht um „ganz“ oder „gar nicht“ gehen. Jeder kleine Schritt in eine nachhaltigere Lebensweise ist wichtig und sinnvoll. Aus Sicht der VerbraucherInnen und KonsumentInnen ist es enorm wichtig, dass Unternehmen ihr Möglichstes tun, um wirklich nachhaltig zu handeln und nicht nur so zu tun als ob. Noch viel wichtiger aus unserer Sicht ist es allerdings, unser Konsumverhalten zu hinterfragen und zu verändern, um unser Möglichstes zu tun. Jeder hat die Chance und die Macht, genau JETZT etwas zu verändern, ohne darauf zu warten, dass andere tätig werden. Daher haben wir im Folgenden ein paar kurze Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag aufgelistet, um dir den Start zu erleichtern:


1. Blumenwiesen

Hast du einen Balkon oder sogar einen Garten? Streue Blühwiesensamen in Beete oder Balkonkästen. Vermeide es, Steingärten anzulegen oder Sträucher zu pflanzen, die keine Blüten haben, wie Kirschlorbeer. Bienenfreundlich sind z.B. Schmetterlingsflieder, Weide oder Himbeersträucher. Hast du keinen eigenen Pflanzplatz, kannst du dich auch aktiv in Projekten engagieren oder diese finanziell unterstützen. Blumen sind nicht nur gut für die Artenvielfalt der Insekten, sondern auch schön anzusehen.


2. Regionale Produkte

Vermeide Lebensmittel die lange Transportwege haben. Kaufe Obst und Gemüse lieber frisch und regional je nach Saison. Brauchst du wirklich Erdbeeren im Januar oder Tomaten im Winter? Entdecke so auch neue Märkte in deiner Umgebung und probiere neues aus. Wann kam im Winter das letzte Mal Kohl aus Deutschland auf deinen Tisch?


3. Wasser

Trinke Leitungswasser. Gerade in Deutschland ist die Qualität des Leitungswassers fast überall so gut, dass man es problemlos trinken kann. Nimm dir zum Beispiel auch eine Flasche Wasser für unterwegs mit und fülle sie bei Bedarf einfach wieder auf. Lifehack: Wenn dir Wasser zu langweilig ist, presse dir eine frische Zitrone ins Wasser oder füge andere Obstsorten, Minze oder Gurke dazu.


4. Ökostrom

Jeder Mieter kann seinen Stromanbieter frei wählen. Steige auf einen Stromanbieter um, der dir echten Ökostrom liefert und nicht nur „grüngewaschenen“ Graustrom. Mit dieser Entscheidung trägst du aktiv dazu bei, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Und als Folge CO2-Emissionen zu vermeiden.


5. Loslegen

Fang einfach an. Überlege dir wie du mit kleinen Schritten schon etwas für die Umwelt tun kannst. Fahre öfter mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln oder laufe kurze Strecken auch einfach mal zu Fuß. Viele kleine Maßnahmen sind nicht nur nachhaltig für die Umwelt, sondern auch für deinen Geldbeutel und deine Gesundheit.


Gehe jetzt den ersten Schritt und hol dir dein nächstes T-Shirt bei einer transparenten nachhaltigen und im Idealfall fairen Marke. Falls dir unsere Mode gefällt – kannst du auch gerne mal bei uns im Shop vorbeischauen. Natürlich nur wenn du es wirklich brauchst – denn wie immer gilt: #wenigerkaufenlängertragen.

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