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Mikroplastik

Aktualisiert: 8. Juli 2021


Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden Plastikstücke bezeichnet, welche kleiner als 5 mm sind. Sie sind also teilweise mit dem bloßen Auge schwer zu erkennen. Zu sogenanntem primären Mikroplastik gehören neben Granulaten in Kosmetik und Hygieneprodukten, wie Peelings, Zahnpasta, Handwaschmittel auch mikroskopische Partikel, die zur Herstellung von synthetischen Chemiefasern verwendet werden (Umweltbundesamt, 2013). Als sekundäres Mikroplastik werden größere Kunststoffteile bezeichnet, die mit der Zeit zerfallen. Am Bekanntesten ist die Plastiktüte, welche im Meer landet und sich langsam zersetzt. Aber auch Kleidung aus Synthetikfasern oder Autoreifen zählen dazu. Mikroplastik besteht aus Erdöl, ein Rohstoff der endlich und nicht biologisch abbaubar ist. Zwischen 2015 und 2050 werden zusätzlich 22 Millionen Tonnen Mikrofasern die Ozeane durch unseren Konsum, Pflegeprodukte und die Produktion von Bekleidung erreichen (Greenpeace, 2017).


Wo ist Mikroplastik enthalten und was hat es für Auswirkungen?

Zu den synthetischen Chemiefasern gehören neben Polyester beispielsweise auch Polyethylen, Elastan, Nylon oder Acryl. Synthetische Chemiefasern haben einen Anteil von 74% an der weltweiten Faserproduktion. Im Jahr 2010 hat die weltweite Faserproduktion bereits 50 Millionen Tonnen jährlich ausgemacht und ist seit dem weiter gestiegen (NABU, 2016). Die Textilindustrie wurde als Hauptverantwortlicher für das Problem des Plastikeintritts in die Ozeane identifiziert. Die Textilindustrie macht 35% der globalen Gesamtmenge an sekundärem Mikroplastik in den Ozeanen aus (Patagonia, 2016). Etwa 552.000 Tonnen Kunststoff-Mikrofasern, die beim Waschen von Kunststoff-Textilien wie Polyester, Nylon oder Acryl abgegeben werden, landen jährlich im Meer (NABU, 2019). Ein einziges synthetisches Kleidungsstück kann bei jeder Wäsche tausende von synthetischen Mikrofasern absondern. Beispielsweise sondert ein Betttuch in etwa 130 Fasern, ein Hemd durchschnittlich 150 Fasern und eine Fleecejacke bis zu 1.900 Fasern pro Waschgang ab (NABU, 2016). Insgesamt sind schätzungsweise bereits heute 1,4 Billionen Tonnen Mikrofasern in die Ozeane eingetragen worden. Schätzungen zufolge werden zwischen 2015 und 2050 zusätzlich 22 Millionen Tonnen Mikrofasern die Ozeane durch unseren Konsum von Pflegeprodukten und die Produktion von Bekleidung erreichen (Greenpeace, 2017). Die Sweater und Hoodies von HALBVOLL bestehen aus 15% Polyester, um die hohe Qualität unserer Produkte zu ermöglichen. Polyester ist nämlich sehr strapazierfähig, dehnbar und atmungsaktiv, was bei dickeren Kleidungsstücken definitiv von Vorteil ist. Jetzt fragt ihr euch sicher: Wie kann das sein? HALBVOLL wirbt damit nachhaltig zu sein, erklärt uns wie schlecht Polyester für die Umwelt ist und verwendet es dann selbst?

Der Unterschied ist, dass wir bei der Produktion unserer Mode recyceltes Polyester verwenden, damit für unsere Kleidung kein Erdöl verbraucht werden muss und die Umwelt geschont wird.

Einige Bekleidungsmarken haben in den letzten Jahren begonnen werbewirksam Kleidungsstücke aus Meeresmüll herzustellen. Diese Kleidungsstücke verlieren beim Waschen allerdings wieder Mikrofasern. Empfehlenswert ist es, beständige Produkte wie beispielsweise Möbel aus Meeresmüll zu produzieren, die nicht gewaschen werden müssen (NABU, 2016). Durch ihre geringe Größe und unregelmäßige Form können Mikroplastikperlen eine Bedrohung für kleine Organismen darstellen. So wurden Mikrokunststoffe und Mikrofasern sowohl in Meerestieren als auch in nicht lebenden Meeresprodukten wie Meersalz gefunden (brenmicroplastics, 2016). Innerhalb der Nahrungskette wurden diese Partikel als Ursache für physikalische und chemische Einflüsse erwiesen, die u.a. zu Hunger und Reproduktionsfolgen bei den Arten führen. Zusätzlich nehmt ihr beim Verzehr dieser Produkte, das Mikroplastik selbst wieder auf.


Worauf solltet ihr beim Einkauf achten bzw. was gibt es für Alternativen?

  • Anstatt der Flüssigseife aus dem Seifenspender könnt ihr zur festen Seife greifen.

  • Anstatt des Deosprays könnt ihr euch einen Deoroller oder eine Deocreme zulegen.

  • Bei Kleidung mit Polyesteranteil darauf achten, dass es recyceltes Polyester ist.

Grundsätzlich gilt beim Einkauf einfach hinten auf den Inhaltsstoffen nach Polyethylen (PE), Nylon-12, Acrylates Copolymer oder Acrylate Crosspolymer Ausschau halten und diese Produkte möglichst meiden. Bei der Kleidung weisen diverse Siegel, wie beispielsweise das GOTS-Siegel auf nachhaltige Mode hin.

Manchmal kommt man nicht drum herum synthetische Kleidung zu kaufen. Beispielsweise im Sport-/Outdoorbereich. Hier solltet ihr darauf achten hochwertige synthetische Produkte zu beziehen, da diese nachweislich deutlich weniger Mikroplastik als billigere synthetische Produkte verlieren.


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